Immobilien Investment

Wie Sie Makler*Innen für Ihr Immobilieninvestment beauftragen

*Disclaimer: Um den Lesefluss dieses Artikels zu verbessern, werden wir weitestgehend männliche Formen benutzen. Selbstverständlich schließt dies aber alle Personen und Geschlechter (m/w/d) ein.

Kapitelübersicht

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Warum Makler?

Bild von Tom Rumble

Schon die Suche nach einer geeigneten Immobilie kann kompliziert sein. Erst recht ist es der komplette Kaufprozess. Makler begleiten Sie hier kompetent durch alle Schritte - das hat aber natürlich auch seinen Preis.

Als Käufer einer Immobilie haben Sie eine große Auswahl. Denn über 70.000 Makler für Wohnimmobilien gibt es laut Statistischem Bundesamt (Stand: 2017, Quelle anzeigen), Tendenz steigend. Die Branche machte demnach einen Umsatz von etwa 8,5 Milliarden Euro. Das Institut der Wirtschaft Köln (Quelle anzeigen) geht für 2018 davon aus, dass es etwa 378 Makler je 1 Million Einwohner in Deutschland gibt, was im europäischen Vergleich eher wenig ist.

Dennoch: Ein gefestigter Markt also, mit viel Konkurrenz. Das ist gut für Sie als Käufer einer Immobilie, denn Sie können sich passgenau aus einer großen Anzahl für gute Dienstleister entscheiden. Und das macht auch Sinn: Makler bieten ein umfangreiches Paket rund um die Vermittlung eines Kaufobjekts an, welches Ihnen einfach den gesamten Prozess deutlich vereinfacht. Natürlich kostet das auch was, aber dafür ersparen Sie sich auch teures Lehrgeld.

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Aufgabengebiete

Bild von Scott Graham

Wofür Sie einen Makler beschäftigen können

Eine professionelle Dienstleistung rund um Ihr Investment in Immobilien ist sinnvoll. Neben der Vermittlung von Kaufimmobilien bieten Makler zusätzlich unterschiedliche Service- und Beratungsleistungen. Sie bieten auch gleich Hilfe bei der Wertermittlung an oder übernehmen die Hausverwaltung oder Hausmeisterservices - oder sie organisieren auch gleich einen Umzug. Gerade, wenn Sie eine Immobilie erwerben, die Sie nicht persönlich betreuen können, lohnt es sich, über einen solche Dienstleistung  nachzudenken, die über die Vermittlung hinaus geht.

PropRate-Tipp:

Moderne Makler sind immer eine Mischung aus Spezialist, Generalist und Detektiv. Neben der professionellen Begleitung Ihres Immobilienengagements, durchforsten sie auch den Markt nach passenden Immobilien. Die meisten Immobilienmakler bieten neu in den Verkauf kommende Immobilien zunächst dem internen Kundenkreis an und erst im zweiten Schritt werden sie auf den Immobilienbörsen, in Zeitungen oder über das eigene Netzwerk publiziert. Insbesondere lokal verwurzelte Maklerunternehmen können sich so als wahrer Glücksgriff erweisen. Denn wenn eine Wohnung, ein Haus oder eine andere Immobilie verkauft werden soll, ist sind es fast immer die lokalen oder regionalen Makler, die das zuerst erfahren. Sie werden als erstes von den Verkäufern angesprochen. Denn lokalen Maklern wird mehr Expertise zugetraut, als der Franchisefirma innerhalb eines großen Verbundes.

Sie sind auf der Suche nach einer bestimmten Immobilien-Art?

Dann sind Sie bei einem spezialisierten Maklerbetrieb gut aufgehoben. Viele Vermittler haben sie sich darauf spezialisiert, zum Beispiel Gewerbe- oder Hotelimmobilien, Agrarobjekte, Ackerland, alte Gehöfte bis hin zu alten Schlössern zu betreuen. Diese Makler werden Ihnen weniger gut behilflich sein, wenn Sie als privater Investor oder Investorin in den Massenmarkt, also in kleinere und mittlere Mehrfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen, investieren wollen. Es bringt weder Ihnen noch dem Maklerbetrieb etwas, wenn keine passenden Angebote für Sie gefunden werden. Hinterfragen Sie also, ob und worauf sich Ihre Immobilienvermittler spezialisiert haben.

Bild von Fabian Keller

Makler unterliegen der Weiterbildungspflicht

Ohne Ausbildung und Zusatzqualifikationen können Makler heute kaum noch am Markt bestehen. Für gewerblich tätige Immobilienvermittler gibt es sogar eine Weiterbildungspflicht, die in der Gewerbeordnung festgelegt wird. Darüber hinaus gilt die Ausbildung zur Immobilienkauffrau oder zum Immobilienkaufmann als sehr anspruchsvoll. Von der Verwaltung, über die Bewertung bis hin zur Bewirtschaftung, Bau und Verkauf werden den Azubis eine Reihe sehr wichtiger Fähigkeiten mitgegeben. Gute Betriebe investieren in ihre Azubis und sind bemüht, die künftigen Profis mit weiteren Fähigkeiten und Erfahrung auszustatten. Ein klares Qualitätsmerkmal und Pluspunkt für Makler ist es also, von der Industrie- und Handelskammer zur Ausbildung befugt zu sein.

Als Auftraggeber sollten Sie also auch Wert darauf legen, dass Ihre Makler ein generelles Engagement für die Qualifikation und den Berufsstand zeigen. Achten Sie auch auf Verbandsmitgliedschaften wie im Immobilienverband Deutschland (IVD) oder in den Regionalverbänden des Ring Deutscher Makler (RDM). Die Mitgliedschaft in einem Internet-Makler-Netzwerk ist nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal.

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Leistungen

Bild von Philipp Berndt

Was Makler für Sie leisten

Als Käufer profitieren Sie also von der Expertise, der Ausbildung und der lokalen Kenntnis Ihrer Immobilienmakler. Sie sind Ihre sachkundigen Ansprechpartner rund um das Thema Immobilie. Und das Aufgabenspektrum ist breit:

  • Bulletpoint

    Preis

    Über den Kaufpreis einer Immobilie kann man streiten. Lokal verwurzelte Immobilienprofis kennen in der Regel die Lage sehr gut und können deshalb realistische Einschätzungen zum Wert machen. Schon in eigenem Interesse: Wenn der Preis zu hoch angesetzt wird, dann dauert auch die die Suche nach Interessenten umso länger. Früher hat man auch gesagt: Inseratpreis minus 10 Prozent ergibt den tatsächlichen Preis. Das lässt sich heute aber nicht mehr verallgemeinern. Denn einerseits gibt es Immobilienmärkte, in denen ein großer Nachfragedruck herrscht, höhere Preise also von vielen Käufer freiwillig gezahlt werden. Auf der anderen Seite gibt es auch weiterhin Märkte, in denen Immobilien nahezu unverkäuflich sind, trotz guten Zustands. Hier kann möglicherweise auch noch mehr Preisnachlass herausgehandelt werden.

    Praxisbeispiel: Auch zuvor schwache Märkte werden stark
    Der Besitzer einer Eigentumswohnung in einem Südstadtteil des Ruhrgebiets beauftragt einen Makler mit dem Verkauf dieser Wohnung. Der taxiert den Preis auf 175.000 Euro. Nach dem ersten Besichtigungstermin gibt es drei Kaufinteressenten. Einer sagt umgehend eine Bezahlung von 200.000 Euro zu. Vor einigen Jahren wäre das noch ein unglaubwürdiges Szenario für eine Ruhrgebietsstadt gewesen. Heute ist hier in bestimmten Segmenten ebenfalls eine hohe Nachfrage vorhanden. Für Sie als Käufer bedeutet das, dass es auch schwieriger wird, gute und günstige Objekte zu finden.

  • Bulletpoint

    Zustand

    Zwar sind Makler keine Sachverständigen oder Immobiliengutachter. Dennoch können sie aus seiner Praxiserfahrung heraus sicherlich auch etwas zum Zustand einer Immobilie sagen. Sie erteilen Ihnen auf jeden Fall Auskunft über bekannte Mängel. Manche Makler haben auch spezielle Zusatzqualifikationen, um den Zustand einer Immobilie noch besser beurteilen zu können.

    PropRate-Tipp:

    Sofern Sie noch nicht so erfahren im Umgang mit Immobilien sind, ist es für Sie auch eine große Lernerfahrung, wenn Sie zu Besichtigungen von Immobilien, die Sie besonders interessieren, einen Immobiliensachverständigen oder eine Immobiliensachverständige mitnehmen. Klären Sie das zuvor unbedingt mit Ihrem Maklerbetrieb. Denn nichts ist störender in Verhandlungen, als viele unterschiedliche Meinungen. Und natürlich ist ein Gutachter ein Extraposten auf Ihrer Ausgabenseite, aber er verringert auch Ihr Risiko auf ein schlechtes Investment. Denn wenn unerwartete Sanierungsarbeiten auf Sie zukommen, kann ein vermeintliches Schnäppchen schnell zur Kostenfalle werden. Sachverständige finden Sie an vielen Stellen, zum Beispiel beim Bundesverband Deutscher Bausachverständiger.

  • Bulletpoint

    Abwicklung

    Ein unbestrittener Vorteil bei der Beauftragung eines Immobilienvermittlers ist, dass Sie durch den kompletten Kaufprozess begleitet werden. Ein Profi weiß genau, welche Unterlagen Sie von Verkäufern für Ihre Finanzierung benötigen und fordert sie entsprechend auch ein. Er oder sie weiß, wie die Protokolle der Eigentümerversammlungen zu lesen und zu interpretieren sind, prüft die Teilungserklärung und empfiehlt Ihnen einen guten Notar, auf den wir in einem anderen Beitrag für Sie eingehen. Gute Makler prüfen vor dem Verkauf alle relevanten Unterlagen: Verbergen sich Risiken im Grundbuch? Decken sich die Flächen aus dem Kaufvertrag mit denen der Teilungserklärung? Ist ein Stellplatz Sondernutzungsrecht oder Sondereigentum? Sie werden Ihnen den notariellen Kaufvertrag erläutern und die Kommunikation mit dem Notar beziehungsweise der Notarin übernehmen. Das Tagesgeschäft von Makler ist umfangreich.

  • Bulletpoint

    Zusatzleistungen

    Darüber hinaus bieten manche Makler auch Leistungen an, die über die normale Vermittlung von Immobilien hinausgehen. Besonders interessant ist es für Sie, wenn Sie zum Beispiel bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung Ihres Investments unterstützt werden. Manchmal bieten sie auch die Mieterverwaltung oder einen Hausmeisterservice an. Sofern es sich für Sie rechnet, kann es Vorteile haben, wenn Sie solche Leistungen outsourcen. Das ist nicht nur dann für Sie interessant, wenn Sie selbst gar nicht in der Stadt wohnen, in der Sie die Immobilie erwerben wollen. So ersparen Sie sich auch einfach viel Arbeit und Ärger.

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Worauf achten?

Bild von Denise Jans

Was Sie bei einer Maklerbeauftragung beachten müssen

Auch in Deutschland ist es mittlerweile üblich: In den Schaufenstern von Banken, Versicherungen und Maklern hängen Kurzexposées zu Kaufimmobilien. Eigentlich stammt diese Idee aus dem angelsächsischen Raum beziehungsweise aus Ländern, die traditionell Immobilienmaklern eine andere Rolle zuschreiben. In Großbritannien zum Beispiel werden Immobilien nicht als ganz so immobil betrachtet. Sprich: Sie wechseln häufiger den Besitzer oder die Besitzerin. Das hängt auch damit zusammen, dass es dort keine Vorfälligkeitsentschädigung gibt, die Banken in Deutschland bei der vorzeitigen Auflösung eines Kreditvertrags verlangen können. Es ergibt also auch viel mehr Sinn, Immobilien im Schaufenster zu präsentieren. Die Immobilienmärkte funktionieren einfach anders als in Deutschland.

Wenn in Deutschland eine Immobilie verkauft wird, bietet sie in der Regel der Verkäufer entweder privat zum Verkauf an. Oder er beauftragt einen Makler oder eine Maklerin, die zunächst vorrangig als Vermittlung auftreten, potenzielle Käufer suchen und sie kontrollieren. Dabei ist es interessant, einen Blick auf die Möglichkeiten der Vertragsgestaltung zu werfen, denn das beeinflusst auch Ihre Möglichkeiten als Käufer stark: Beim einfachen Maklervertrag können mehrere Makler beauftragt werden. Beim Alleinauftrag wird nur ein Makler beauftragt, Verkäufer können aber dennoch provisionsfreie Anstrengungen zum Verkauf unternehmen.

Der übliche Vertrag ist hier aber der sogenannte "qualifizierte Alleinauftrag": Dann wird nur ein Makler oder eine Maklerin für die Verkäufer tätig und diese müssen auch dann die Provision zahlen, wenn sie selbst einen Käufer oder eine Käuferin akquirieren. Andere Konstrukte machen für einen Maklerbetrieb meist wenig Sinn, auch für die Verkäufer bietet diese Vertragsart die meisten Vorteile.

In der Realität wird es also häufig so sein, dass Sie sich den Makler oder Maklerin als Käufer gar nicht selbst aussuchen können, denn dies haben die Verkäufer bereits getan. Natürlich macht es für Sie Sinn, sich auf solche Inserate zu melden, die von Maklern aufgegeben wurden. Und natürlich können Sie das auch immer wieder machen, ohne sich zu "binden".

Aber es gibt dennoch viele Fälle, wo es für Sie Sinn macht, sich - vielleicht zusätzlich - Ihre eigene Vermittlung zu suchen. Beispielsweise dann, wenn Sie keine Ortskenntnis haben oder wenn Sie in Spezialimmobilien investieren wollen.

Praxisbeispiel: Münchener investiert in Köln
Immobilieninvestoren haben sich auf Mehrfamilienhäuser in eher schwachen und mittleren Immobilienlagen spezialisiert und regeln die Verwaltung mit bewährten Dienstleistern in unterschiedlichen Städten. Für eine Frau aus München wirken die Preise in Köln (noch) höchst attraktiv, sie ist da Anderes aus ihrer eigenen Stadt gewohnt. Über ihren Münchener Maklerbetrieb beauftragt sie die Suche und Begleitung nach einer geeigneten Immobilie. Dieser nutzt sein Netzwerk und kann - oft über einen anderen Makler oder eine andere Maklerin - vor Ort eine entsprechende Immobilie anbieten.

Das bedeutet für Sie: Wenn Sie Ihren Fokus auf eine bestimmte Zielgruppe gelegt haben - etwa Studenten und Studentinnen - und hier in einer größeren Region investieren wollen, dann ist es sinnvoll, einen Makler oder eine Maklerin einzubinden. Dieser kann in Ihrem Auftrag ein entsprechendes Investmentportfolio zusammenstellen.

Eine üblicher Weg ist die Erteilung eines Suchauftrags: So wird ganz konkret für Ihren Zweck nach Immobilien Ausschau gehalten und mit den Verkäufern Kontakt aufgenommen. Das machen Makler natürlich nicht kostenlos.

Deshalb sollten Sie den Umfang des Suchauftrags und auch die daraus entstehenden finanziellen Verpflichtungen schriftlich vereinbaren. Inhalte des Maklervertrags sollten sein:

  • Art des Vertrags: Hier wäre zum Beispiel für Sie der oben erwähnte qualifizierte Alleinauftrag denkbar.

  • Laufzeit: Sinnvoll ist es, den Maklerauftrag zeitlich zu begrenzen, damit der Auftrag auch zeitnah durchgeführt wird.

  • Verfall des Provisionsanspruchs: Es sollte geregelt sein, zu welchem Zeitpunkt ein Provisionsanspruch verfällt

  • Provision: Die Höhe der Provision sollte natürlich fest vereinbart werden.

  • Aufwandsentschädigung: Insbesondere dann, wenn der Makler oder die Maklerin unüblichen Aufwand erbringt, wird das auch etwas kosten. Die Höhe der Aufwandsentschädigung sollte vertraglich vereinbart werden

  • Weitere Gebühren und Kosten: Unabhängig von der reinen Vermittlung wird natürlich auch für weitere Zusatzleistungen eine Bezahlung fällig, sofern diese beauftragt werden - etwa für die Mietverwaltung.

PropRate-Tipp: Achten Sie auf die Schriftform

Ein Suchauftrag kann auch relativ informell zu einem Vertrag werden. Wenn Sie beispielsweise ein Maklerbüro per Mail mit der Suche beauftragen und dieses Ihnen dann eine Immobilie vorschlägt, die Sie dann auch kaufen, dann müssen Sie auch die Provision dafür bezahlen. Dabei wurde womöglich die Provisionserwartung nicht ganz klar kommuniziert. Sie kann stark unterschiedlich ausfallen und somit deutlich teurer werden, als Sie denken. Zumindest über die Provisionshöhe sollten Sie sich also mit Ihrem Makler verständigen. Aber: Viel sinnvoller ist es natürlich, wenn Sie generell auf die Schriftform achten. Bieten Sie zum Beispiel Maklerbetrieben, deren Leistungen Sie bei einer Besichtigung schätzen gelernt haben, in einer Mail an, einen formellen Vertrag mit Ihnen abzuschließen, in dem dann alle Details schriftlich fixiert sind.

Immobiliengeschäfte haben in Deutschland einen sehr hohen Rechtsstatus. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass sie notariell beglaubigt werden müssen. Und auch die Rolle und Aufgabe des Maklers und der Maklerin sind sehr stark definiert, um auch Sie als Immobilieninvestoren und Kunden eines Maklers oder einer Maklerin gut abzusichern.

So benötigen Immobilenmakler laut Paragraf 34c Gewerbeordnung eine spezielle Erlaubnis, die zum Beispiel bei Vorstrafen oder ungeordneten finanziellen Verhältnissen verweigert werden kann. Darüber hinaus müssen sie sich für mindestens 20 Stunden innerhalb von drei Kalenderjahren verpflichtend und nachweislich weiterbilden. Zum Abschluss einer Vermögensschadenshaftpflichtversicherung sind Sie aber grundsätzlich aber nicht verpflichtet. Gerade auf diese Absicherung gegen Vermögensschäden sollten Sie aber achten.

Viele Grundlagen des Maklervertrags werden außerdem im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. So beschreiben die Paragrafen 652 bis 655 generell, wie und wann ein Provision zu leisten ist und ein Vertrag zustande kommt. Dies wird aber seit einigen Jahren durch zusätzliche Regelungen für Verbraucher ergänzt, also vermutlich auch für Sie, wenn Sie einen Kauf überwiegend aus privaten Gründen verfolgen. So müssen Sie über Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht wirksam belehrt werden, und zwar zwingend in Schriftform. Macht Ihre Maklerin oder ihr Makler das nicht fehlerfrei, dann verlängert sich Ihr Widerrufsrecht deutlich. Dies gilt bei Haustürgeschäften und Geschäften nach dem Fernabsatzgesetz. Wenn Sie Makler in den Geschäftsräumen treffen, gibt es hingegen keinen Widerruf.

Zwei Personen unterzeichnen einen Vertrag

Bild von Romain Dancre

Praxisbeispiel: Schriftform mittlerweile Standard
Auch, weil Makler ohnehin zur Belehrung über den Widerruf verpflichtet sind, werden sie nicht ohne diese Belehrung für Sie tätig werden. Das heißt, es besteht deutlich weniger Risiko, dass Sie sich in einem Vertrag befinden, den Sie nicht wollen.

Darüber hinaus gibt es auch noch etliche eher berufsständische Verpflichtungen des Maklers, die sich aus der Makler- und Bauträgerverordnung etwa zur Buchhaltung ergeben.

Egal, ob Sie Makler mit einem Suchauftrag beauftragen oder diese über ein Inserat kontaktieren: Sie müssen umfassend über die angebotene Immobilie informiert werden. Das geschieht in der Regel über ein Exposée.

Informationspflichten der Makler bzw. der Verkäufer etwa zu Immobilieninseraten sind so unter anderem durch das Gebäudeenergiegesetz, Paragraf 87, definiert. So muss ein Immobilieninserat folgende Informationen beinhalten:

  • Provisionshöhe,

  • Vertragsdauer des Maklervertrags,

  • diverse Angaben zur Lage, Größe, Nutzungsmöglichkeit, Art, Baujahr und Zustand, Ausstattung, Wohn- und Nutzfläche, Zahl der Räume, Kaufpreishöhe/Miethöhe, ggf. Mietkaution, Abstandzahlungen,

  • die Art des Energieausweises, der darin genannte Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs, der wesentliche Energieträger, sowie die Energieeffizienzklasse.

Konkret unterfüttern viele dies mit detaillierten Informationen:

  • Genaueren Angaben zur Ausstattung, etwa Art der Fenster, Küche, Böden etc.

  • Lageplan

  • Grundrissauszügen

  • Angaben zur Verkehrsanbindung und Nähe zu Geschäften des täglichen Bedarfs, Kindergärten, Schulen …

  • Angaben zum Energiestandard und Art des Energieausweises (Pflichtangabe)

  • Fotos und Videos oder auch 360-Grad-Ansichten als Anschauungsmaterial zur Immobilie

PropRate-Tipp:

Makler werden die Angaben im Exposée sehr gewissenhaft machen, denn sie haften für Falschangaben. Auch dürfen bekannte Mängel oder Sanierungsbedarf nicht verschweigen werden. Unter bestimmten Umständen verwirkt der Makler dann nämlich den Provisionsanspruch und Sie können dann darüber hinaus Ersatz für die entstandenen Nachteile geltend machen. Insofern ist es für Sie als Kunde immer interessant, den Makler oder die Maklerin auch direkt auf Dinge anzusprechen - und dies auch dokumentieren zu lassen.

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Beauftragung

Bild von Scott Graham

Exkurs: Reservierungsvereinbarung

Sofern Sie Makler kontaktieren und diese einen qualifizierten Alleinauftrag von den Immobilieneigentümern haben, können Sie sich die Immobilie auch reservieren lassen. Damit bekunden Sie Ihr Kaufinteresse auch formell, haben dann aber auch genügend Zeit, sich um eine Finanzierung zu kümmern - ohne, dass Sie Angst haben müssen, dass jemand anderes die Immobilie erwirbt.

Konkret verpflichten sich dann Makler zu folgenden Punkten gegenüber Käufer und Verkäufer:

  • keine weiteren Verhandlungen mit anderen zu führen;

  • keine weiteren Hinweise auf das Objekt zu geben;

  • keine weitere Reservierungsvereinbarung über das Objekt abzuschließen.

Im eigenen Interesse sollten Sie darauf Wert legen, dass eine Reservierungsvereinbarung mit Ihnen schriftlich abgeschlossen wird. Es gibt immer wieder Fälle, wo sich Verkäufer an eine mündliche Zusage - "Die Immobilie ist für Sie reserviert." - später nicht mehr erinnern können. Inhalte dieses Schriftstücks sollten sein:

  • Aufschrift mit den Vertragspartnern

  • Benennung des zu reservierenden Objekts

  • Dauer der Reservierung

  • Höhe der Reservierungsgebühr in Euro und als prozentualer Anteil der Provision; üblich bzw. eine in der Rechtsprechung formulierte Obergrenze sind hier 15 Prozent der Provision.

  • Prozentuale oder komplette Anrechnung der Reservierungsgebühr auf die Provision

Je nach Marktlage und Maklerbetrieb kann es sein, dass eine Reservierungsgebühr für Sie keine Kosten verursacht, wenn Sie dann die Immobilie auch tatsächlich kaufen. Aber: Sie sollten das erfragen.

PropRate-Tipp:

Wenn Sie ohnehin mit Maklern zusammenarbeiten, sollten Sie sich auf eine direkte Reservierungsvereinbarung mit Verkäufern nicht einlassen. Beachten Sie hier: Auch eine mündliche Reservierungszusage ist ein Vertrag! Dennoch: Eine solche Reservierungsvereinbarung muss womöglich noch notariell beglaubigt werden. Rechtlich ist das also unwegsames Gelände. Auch sollten Sie sich niemals auf eine direkte Reservierungszahlung auf das Konto des Käufers einlassen. Im Extremfall ist am Ende das Geld weg.

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Kosten

Bild von Markus Spiske

Wie viel Makler kosten

Seit dem 23.12.2020 gilt bei Immobilienkäufen eine Pflicht zur Aufteilung der Maklerprovision zwischen Käufer und Verkäufer. Schon vorher war das in vielen Lagen durchaus üblich, aber es gab auch Ausnahmen - sowohl zu Ihren Gunsten als auch zu Ihren Ungunsten als Käufer. Sollten Sie einem Makler einen Suchauftrag erteilen, sind Sie natürlich prinzipiell selbst alleine für die Provisionszahlung verantwortlich. Sehr häufig ergibt sich aber ein Mischauftragsverhältnis, nämlich zum Beispiel dann, wenn Ihr Makler eine Immobilie im Bestand hat, für die er bereits vom Verkäufer einen Auftrag erhalten hat. Dann teilen Sie die Provision untereinander auf.

Üblich sind Gesamtprovisionen von 3 bis 7 Prozent, wobei sich dies in den einzelnen Bundesländern unterscheiden kann. Die Beträge sind oftmals recht krumm, weil der Makler auf seine Provision noch die Mehrwertsteuer aufschlägt. Erkundigen Sie sich immer, wie hoch die Provision ausfällt. Prinzipiell können Sie auch mit dem Makler oder der Maklerin über die Provisionshöhe verhandeln.

Fällig wird die Provisionszahlung nach Abschluss des notariellen Kaufvertrags. Aber auch hier gibt es Verhandlungsspielraum. Manche Maklerbetriebe fordern sie zum Beispiel erst mit Übergabe der Immobilie ein, also dann, wenn das Geld tatsächlich schon geflossen ist.

Eins ist aber Fakt: Sofern Sie mithilfe eines Maklers oder einer Maklerin eine Immobilie kaufen konnten - und dieser oder diese natürlich rechtlich alle Pflichten und Formen gewahrt haben -, müssen Sie die Provision zahlen. Über Streitfälle entscheiden dann die Gerichte.

Checkliste: Makler suchen und beauftragen

Bild von Kelly Sikkema

  • Suchen Sie lokale Makler zum Beispiel über eine örtliche Websuche, über die gelben Seiten oder über Immobilieninserate.

  • Kontrollieren Sie Verbandsmitgliedschaften, Ausbildung und Zusatzqualifikationen. Beschäftigt der Betrieb Azubis?

  • Kontrollieren Sie die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung.

  • Wie etabliert ist der Maklerbetrieb vor Ort? Kennen Sie Menschen, die diesen schon einmal beauftragt haben?

  • Bitten Sie um eine Aufnahme in eine Interessentenliste.

  • Wenn Sie vor Ort einen Makler oder eine Maklerin kennengelernt haben: Konnten Ihnen diese wirklich Details über die Lage und die Immobilie wissend erzählen? Oder bestand das Gespräch vor allem aus einer Aneinanderreihung von Phrasen, Adjektiven und Versprechungen?

  • Sofern Sie einen Makler für Ihre Suchanfrage beauftragen wollen: Stimmt die Chemie zwischen Ihnen?

  • Achten Sie darauf, dass alle Vereinbarungen zur Suchanfrage schriftlich fixiert werden.

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